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21.03.2008 12:42

Tauerngas oder Das falsche Pferd?

Tauerngasleitung droht größte Energievernichtung in diesem Land zu werden.
VON BERNHARD TEICH



Bei der Veranstaltung in Villach von links: Dr. Manon Andreas-Grisebach, ehemalige Sprecherin der Bundesgrünen in Deutschland, Heidi Reiter, Landtagsabgeordnete von Salzburg, Grüne GRin Sabina Schautzer, Referent Dipl.Ing. Michael Johann, Landtagsabgeordneter Rolf Holub und Grüne GRin Susanne Zimmermann.

Die Tauerngasleitung(TGL) zählt zu den Liebkindern der heimischen und deutschen Energieindustrie. Bis 2014 soll eine 260 km lange Pipeline gebaut werden, die sich von Oberösterreich über Salzburg und Kärnten nach Tarvis erstrecken würde.

Michael Johann, Obmann der Grünen Bäuerinnen und Bauern hielt einen Vortrag zum umstrittenen 600-Millionen-Projekt am 14. März in Villach/Völkendorf.

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, ist die Planungsphase für die TGL bereits voll angelaufen. Die Betreiber, unter ihnen der deutsche Energiekonzern E.ON aber auch heimische Energieanbieter wie die Kelag, begründen die Notwendigkeit des teuren Großprojekts mit zu erwartendem Bedarfsanstieg an Erdgas und Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Argumente, die Michael Johann nicht überzeugen können.

Für ihn setzt die Energiewirtschaft mit der derzeitigen Forcierung der Erdgasförderung überhaupt aufs völlig falsche Pferd: »Weitaus klüger wäre es«, so Johann, »die für die TGL verwendeten Finanzmittel in erneuerbare Energieformen zu investieren.

« Die Pipeline, die nach Fertigstellung 11 Mrd. m 3 Erdgas pro Jahr durch die Tauern transportieren soll, würde eine erhebliche Belastung für unsere Umwelt darstellen. So würden durch die TGL 22 Mio. Tonnen CO2 verursacht; auch die alpinen Trinkwasserressourcen wären akut gefährdet, weil zur Errichtung der TGL Stollen quer durchs Gebirge getrieben werden müssten.

Die zum Betrieb notwendigen Verdichterstationen – eine ist auch für Kärnten geplant – setzen nicht nur große Mengen an Treibhausgasen frei, sondern sind auch sehr energieintensiv. Für Michael Johann »die größte Energievernichtung in diesem Bundesland«.

Geplant ist nun eine Grüne Info-Kampagne, um die Bevölkerung über Risken und Unwirtschaftlichkeit des TGL-Projekts aufzuklären.




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